
Das Murmeltier
Ein halbes Jahr wach, ein halbes Jahr im Winterschlaf. Meist hört man seinen Pfiff, bevor man es sieht.
Lange bevor die ersten Gäste kamen, lebten sie hier: Steinbock und Gämse an den Felsen, Murmeltiere auf den Alpwiesen, der Bartgeier über den Graten. Rund um das Val Fex und im ganzen Oberengadin teilen sie sich die Berge mit uns. Wer früh unterwegs ist und still bleibt, begegnet ihnen mit etwas Glück.



Im 17. Jahrhundert war der Steinbock aus Graubünden verschwunden. Er überlebte nur im Gran Paradiso, dem Jagdrevier des italienischen Königs, und keiner war zu kaufen.
Am 22. Juni 1906 übergab ein Wilderer aus dem Aostatal in einem Restaurant in Martigny zwei Steinbockkitze an einen Mann vom Wildpark St. Gallen. Er hatte sie im Revier des Königs geholt und nachts über die Grenze getragen.
Ihre Nachkommen wurden ab 1911 ausgesetzt, ab 1920 auch im Schweizerischen Nationalpark. 2023 zählte Graubünden 7245 Steinböcke, so viele wie nie zuvor. Fast jeder Steinbock der Schweiz stammt von jenen Tieren ab.
Im Frühling tiefer am Talrand, im Sommer hoch oben in den Felsen.

Ein halbes Jahr wach, ein halbes Jahr im Winterschlaf. Meist hört man seinen Pfiff, bevor man es sieht.

Die Kletterin der steilen Hänge, sicher auf Fels und Schnee. Im Juni kommen die Kitze zur Welt.

Bis zu 2,8 Meter Spannweite, und er lebt fast nur von Knochen. Seit 1991 kreist er wieder über dem Engadin, im Winter oft um die Mittagszeit.

Ende September beginnt die Brunft. In stillen Nächten hallt das Röhren durch die Täler.

Er zieht hoch über den Graten seine Kreise und hält Ausschau nach Murmeltieren und Schneehasen.

Im Winter weiss, im Sommer braun. Seine breiten Pfoten tragen ihn über den Schnee wie Schneeschuhe.

Im Herbst versteckt er Tausende Arvennüsse für den Winter. Was er vergisst, keimt: So pflanzt er die Arvenwälder des Engadins.
Man schaut sie an und lässt sie stehen: Das Val Fex steht seit 1954 unter Schutz.

Auf steinigen Rasen hoch oben, mit Blüten wie aus Filz.

Ein Blau, das man nicht vergisst, oft zwischen Fels und Flechten.

Im Frühsommer färbt sie ganze Hänge rosa.

Der einzige Nadelbaum der Alpen, der im Herbst golden wird und seine Nadeln abwirft.
| J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
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| Steinbock, tiefer am Talrand | ||||||||||||
| Murmeltier, wach | ||||||||||||
| Gämse, die Kitze | ||||||||||||
| Rothirsch, die Brunft | ||||||||||||
| Bartgeier, beste Zeit | ||||||||||||
| Schneehase, weiss | ||||||||||||
| Tannenhäher, Arvennüsse | ||||||||||||
| Enzian | ||||||||||||
| Alpenrose | ||||||||||||
| Edelweiss | ||||||||||||
| Goldene Lärchen |
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